Was ist Azelainsäure?
Azelainsäure ist eine natürlich vorkommende Dicarbonsäure, die von Hefepilzen auf der Haut produziert wird und auch in Getreide wie Weizen und Gerste vorkommt. In der Dermatologie wird sie seit den 1980er Jahren verschrieben und ist inzwischen auch in frei verkäuflichen Konzentrationen (bis 10 %) erhältlich. Sie gilt als einer der vielseitigsten und am besten verträglichen Wirkstoffe überhaupt.
Wirkung auf die Haut
Azelainsäure wirkt gleich auf mehreren Ebenen: Sie ist antibakteriell und tötet Akne-Bakterien ab. Gleichzeitig normalisiert sie die Verhornung der Haut und beugt so verstopften Poren vor. Sie hemmt die Tyrosinase — ein Enzym, das für die Melaninproduktion verantwortlich ist — und hellt dadurch Pigmentflecken und Pickelmale auf. Zudem hat sie entzündungshemmende Eigenschaften, die Rötungen bei Rosacea deutlich reduzieren können. Azelainsäure hat auch eine leichte antioxidative Wirkung und schützt vor oxidativem Stress. Anders als viele andere aktive Wirkstoffe ist sie dabei erstaunlich sanft.
Für welchen Hauttyp geeignet?
Azelainsäure ist besonders empfehlenswert bei Akne, Rosacea und Pigmentflecken. Empfindliche Haut verträgt sie in der Regel hervorragend — sie ist einer der wenigen aktiven Wirkstoffe, die auch bei Rosacea eingesetzt werden. Fettige und unreine Haut profitiert von der antibakteriellen und talgregulierenden Wirkung. Auch für schwangere und stillende Frauen gilt Azelainsäure als sicher, was sie zu einer wichtigen Alternative zu Retinol und Salicylsäure macht.
Richtige Anwendung
Azelainsäure wird typischerweise morgens oder abends nach der Reinigung aufgetragen. Beginne mit einer Konzentration von 10 % und verwende sie zunächst jeden zweiten Tag. Die Textur kann anfangs leicht kribbeln — das ist normal und legt sich nach einigen Anwendungen. Bei guter Verträglichkeit kannst du auf tägliche Anwendung steigern. Azelainsäure macht die Haut nicht lichtempfindlich, ein Sonnenschutz ist aber trotzdem empfehlenswert. Für stärkere Konzentrationen (15-20 %) ist ein Rezept vom Hautarzt nötig.
Kombination mit anderen Wirkstoffen
Azelainsäure lässt sich wunderbar mit Niacinamid kombinieren — beide zusammen sind ein Powerteam gegen Pigmentflecken und Unreinheiten. Auch Retinol und Azelainsäure ergänzen sich gut, sollten aber an verschiedenen Abenden verwendet werden. Hyaluronsäure als Feuchtigkeitsbooster ist immer eine gute Ergänzung. Mit BHA-Produkten kann man sie kombinieren, sollte aber die Hautreaktion beobachten.
Häufige Fragen
Hilft Azelainsäure bei Pickelmalen?
Ja, das ist sogar eine ihrer Stärken. Durch die Hemmung der Melaninproduktion können postinflammatorische Hyperpigmentierungen (dunkle Flecken nach Pickeln) deutlich aufgehellt werden. Rechne mit 2-3 Monaten für sichtbare Ergebnisse.
Ist Azelainsäure eine Säure wie Glykolsäure?
Trotz des Namens wirkt Azelainsäure anders als AHA/BHA-Säuren. Sie peelt nicht im klassischen Sinne, sondern wirkt über andere Mechanismen. Sie ist deutlich sanfter und macht die Haut nicht dünner.
Kann man Azelainsäure dauerhaft verwenden?
Ja, Azelainsäure ist für die Langzeitanwendung geeignet und sicher. Viele Dermatologen empfehlen sie als dauerhafte Erhaltungstherapie bei Rosacea und Akne.